„Gemeinsam statt einsam“, drei Jahre, die viel bewirkt haben
Bericht von Initiatorin und Organisatorin Petra Krötzsch
Das Projekt „Gemeinsam statt einsam“ war für uns bei Lebensherbst, für mich, nie einfach nur eine Veranstaltungsreihe. Es war über fast drei Jahre hinweg ein fester Termin für alleinstehende Seniorinnen und Senioren in Solingen. Einmal im Monat zusammenkommen, reden, lachen, sich kennenlernen. Und vor allem nicht allein sein.
Möglich wurde das Projekt durch die Unterstützung der Gerd Kaimer-Bürgerstiftung Solingen und der Altenstiftung der Stadtsparkasse Solingen. Weil wir mit den Mitteln sehr verantwortungsvoll umgegangen sind und später noch die Sparkasse hinzukam, konnte „Gemeinsam statt einsam“ sogar fast ein Jahr länger laufen als ursprünglich geplant.
Am 2. Dezember fand nun das letzte Treffen statt. Zum Abschluss haben wir, mit Unterstützung des Lumen-Kinos in Solingen, zu einem gemeinsamen Kaffeeklatsch und anschließend zum Roland Kaiser-Kinofilm eingeladen. Es war ein sehr besonderer Nachmittag. Es gab am Ende viel Rührung, Umarmungen, ehrliche Dankbarkeit und auch Tränen. Nicht aus Traurigkeit, sondern weil in dieser Zeit echte Verbindungen entstanden sind.
Über die vielen Monate sind immer wieder sind neue Menschen dazugekommen. Für viele war „Gemeinsam statt einsam“ ein monatlicher Bezugspunkt. Es sind Freundschaften entstanden, Kontakte wurden geknüpft, man hat sich außerhalb der Treffen verabredet oder telefoniert. Genau das war unser Ziel! So hatte ich es auch im Förderkonzept geschrieben. Grob überschlagen haben wir in dieser Zeit rund 1.200 Begegnungen möglich gemacht, die Seniorinnen und Senioren aus der Einsamkeit geholt haben.
Gestartet sind wir im Südpark an den Güterhallen, in einem Künstleratelier mit etwa 30 bis 40 Teilnehmenden. In den letzten Monaten fanden die Treffen im ehemaligen Café Gloria an der Stadtkirche in Solingen Mitte statt.
Und es ging dabei nie nur ums Kaffeetrinken. Bei uns wurden die Gäste liebevoll umtüddelt, und oft haben wir auch etwas Besonderes geboten. Wir hatten einen Hauptkommissar zu Gast, der über den Enkeltrick aufgeklärt hat. Es gab italienische Nachmittage mit Pizza und Opernarien, Bingo, Kinobesuche, Karneval, kleine Nikolausgeschenke am 6. Dezember, kreative Angebote mit Künstlerinnen und Künstlern, Rock’n’Roll und viele weitere schöne Momente. Immer mit dem Ziel, Begegnung zu ermöglichen und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen.
Mein ganz besonderer Dank gilt unseren Ehrenamtlichen Renate Förster, Annette Böwing, Ellen Ern und Karin Mollenhauer. Ohne euch wäre dieses Projekt über fast drei Jahre für mich allein in Solingen nicht umsetzbar gewesen. Da steckte unglaublich viel Vorbereitung, Organisation, Dekoration, Betreuung, Aufräumen und vor allem Herzblut drin.
„Gemeinsam statt einsam“ hat gezeigt, wie viel entstehen kann, wenn Menschen Raum bekommen, sich zu begegnen. Deshalb können wir von Lebensherbst uns sehr gut vorstellen, dieses Format auch in andere Städte zu tragen. Wer Interesse hat, ein solches Projekt aufzubauen oder Fragen zu Ablauf, Förderung und Organisation hat, kann sich gerne bei mir melden.
Petra Krötzsch
p.kroetzsch@lebensherbst.de
Fotos von den alleinstehenden Seniorinnen und Senioren habe ich nicht sehr viele, da man hier natürlich besonders sensibel mit einer Veröffentlichung umgehen sollte. Dafür zeige ich euch umso lieber unsere Ehrenamtlerinnen und die tollen Tisch-Dekos 😉